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Marc Marshall geht seinen eigenen Weg

Seit über 20 Jahren geht der Sänger Marc Marshall nun seinen eigenen musikalischen Weg. Trotzdem wird er immer noch über seinen berühmten Vater definiert, wie Marc kürzlich wieder feststellen musste.  

 „Vom Berggipfel zum Karrieregipfel. Der Vater schon ein 8000er, kann man sagen, im Schlagergebirge und sein Sohn, der ist auch extrem stimmgewaltig und erfolgreich. Ein musikalischer Hochgenuss."

Mit diesen Worten wurde der ausgebildete Bariton am vergangenen Freitag, den 8. Januar 2021, in der „Abendschau" des Bayrischen Rundfunks angepriesen. Doch so liebenswert diese Einleitung auch gemeint war,eine solche Aussage ist nur eine von vielen, die den mittlerweile 57-Jährigen in gewisser Weise schmerzen. Trotz seiner sehr beachtlichen musikalischen Karriere wird er nämlich immer noch über seinen berühmten Vater, die Schlager-Koryphäe Tony Marshall, definiert. Und diesem Unmut lässt er auch noch während der Show freien Lauf. So antwortet er auf die Frage des Moderators, ob „es eine Last oder eine Freude sei", der Sohn eines berühmten Vaters zu sein, mit den Worten:

Also für uns in der Familie ist es erst mal der Papa. Aber wir leben in einer Gesellschaft, wo immer bewertet und verglichen wird und das ist eher eine und war immer eine Last. Und es war ein langer Weg und ist auch sicher nicht zuende, sich aus diesem Kokon zu befreien. Also ich bin immer noch dabei. Ich bin sehr glücklich und zufrieden mit meinem Weg, aber die Gesellschaft will das nicht immer wahr haben, dass dann der nächste in der Generation seinen eigenen Weg geht."

Natürlich ist Marc stolz auf seinen Vater und dankbar dafür, sich als seinen Sohn bezeichnen zu dürfen, doch irgendwann sollte der Punkt erreicht sein, an dem ein Künstler endlich nicht mehr in einem Atemzug mit seinen Eltern erwähnt wird. Und diesen Punkt hat Marc Marshall unserer Meinung nach schon längst erreicht, schließlich steht er schon seit über 20 Jahren auf eigenen musikalischen Beinen und beweist dabei sowohl im Jazz, klassischer Musik und dem Pop-Genre ein unvergleichliches Talent. Mit dem Tenor Jay Alexander begeistert Marc seit 1997 als das Musiker-Duo Marshall & Alexander das Publikum. Darüber hinaus ist er zudem als Solist äußerst erfolgreich und stand bereits mit ganz großen internationalen Stars, wie beispielsweise Aretha Franklin und Andrea Bocelli, auf der Bühne.

Nur wenige Stunden nach seinem TV-Auftritt hat der Entertainer und Sänger auch auf seiner Facebook-Seite noch einmal Stellung zu diesem Thema genommen, denn so sehr er sich auch über die Einladung der „Abendschau" gefreut hat, so ist ihm doch klar, dass „solche Servicesendungen kaum den Raum für ein tiefgreifendes Gespräch bieten" können. Er hat mittlerweile gelernt damit umzugehen, doch es ist und bleibt schwer, in dieser von der oberflächlichen Meinung dominierten Gesellschaft seinen eigenen Weg strikt beizubehalten. Er wünscht allen Gleichgesinnten genug Kraft, sich damit „zu arrangieren".

Tatsächlich ist Marc Marshall aber nicht allein mit dieser Situation. Allein in der Schlagerwelt gibt es unzählige Schlagersänger*innen, wie beispielsweise Pia Malo, Daniela Alfinito sowie Marie und Julian Reim, die auch nur zu gerne mit ihren berühmten Vätern und Müttern verglichen werden.