Foto: Dominik Beckmann

Heino: Fanliebe kennt keine Grenzen

Fanliebe ist schon etwas Schönes, doch was machen Fans, wenn sie diese nicht öffentlich ausleben können? Dieses Problem hatten Fans der Schlager-Koryphäe Heino während der DDR-Zeit. Doch Not macht bekanntlich erfinderisch.

Wir können es kaum glauben, doch der Kult-Sänger Heino und seine zahlreichen Lieder waren damals in der DDR verboten. Wollten Musikliebhaber dennoch in den Genuss seiner Songs kommen, mussten sie dies heimlich tun und machten sich dementsprechend strafbar. Ein Fan, der diese Zeiten hautnah miterlebt hat, erzählte der BILD-Zeitung nun seine atemberaubende, mutige und zugleich herzerwärmende Geschichte.

Trotz des drohenden Risikos, mit dem Gesetz in Konflikt zu geraten, gründete Eberhard im Alter von 17 Jahren heimlich einen Heino-Fanclub und auch die Platten des Künstlers ließ er über Umwege in die DDR schleusen. Hierfür schrieb er seinem Idol sogar einen Brief:

Im Osten war Heino verboten. Trotzdem schrieb ich ihm einen Brief, der ihn über Umwege erreichte. Sein Manager schickte mir daraufhin ein Paket mit Heino-Platten."

An diesen Tag konnte sich selbst der „Blau blüht der Enzian"-Interpret noch gut erinnern. Damals haben er und sein Manager die Platten in andere Hüllen gesteckt, damit sie beim Zoll nicht direkt einkassiert werden:

Wir haben ihm damals meine LPs in Opern-Hüllen geschickt, damit sie beim Zoll nicht auffielen und eingezogen wurden. Meine Musik war in der DDR heiße Ware. Ich weiß, welchen Gefahren sich Eberhard Kulla in der DDR wegen mir ausgesetzt hat."

Tatsächlich folgten kurz darauf die ersten Konfrontationen mit der Stasi. Immer wieder wurde er ins Ministerium geladen, musste sich Befragungen unterziehen und stand unter konstanter Beobachtung. So wurden nicht nur eine Akte zu dem Heino-Fan angelegt, in der Eberhard den Decknamen Heino bekam, sondern auch einstige Kommiliton*innen wurden auf die Beschattung Kullas angesetzt. Mit diesen Aktionen brachte Eberhard natürlich nicht nur sich, sondern auch Freunde und Familie in Gefahr, doch glücklicherweise kam hierbei letztlich niemand ernsthaft zu Schaden und mit dem Ende der DDR nahm auch das ewige Versteckspiel und die Heimlichtuerei ein jähes Ende.

Mit dem Mauerfall konnte Eberhard übrigens sein Idol endlich auch persönlich treffen und seitdem halten die zwei Männer regelmäßig Kontakt zueinander. So verriet Heino der Zeitung:

Er ist ein wandelndes Heino-Lexikon. Wenn ich mich an manches aus meiner Karriere nicht mehr erinnern kann, muss ich ihn nur anrufen und er weiß es."

Eine solche Geschichte zeigt doch einfach mal wieder, dass die Grenzen noch so hoch sein können, wahre (Fan)liebe überwindet jede Hürde.