Foto: Thomas Stachelhaus

Angelo Kelly geht gegen Geldbuße vor

Was ist denn jetzt los? Der als Kinderstar bekannt gewordene Musiker Angelo Kelly setzt die Familientradition fort und muss deswegen nun mit einem saftigen Bußgeld rechnen. 

Schon zu den Anfangszeiten seiner eigenen Karriere war es Gang und Gebe, dass die gesamte Kelly Familie vom jüngsten Sprössling bis hin zum Familienoberhaupt auf der Bühne steht und die Fans mit ihrem Gesang begeistert. So hatte Nesthäkchen Angelo beispielsweise 1994 seinen Durchbruch im Alter von 12 Jahren, als er zusammen mit seinem damals 16-jährigen Bruder Paddy dessen selbst komponiertes Lied „An Angel" präsentierte. Nun ist Angelo Kelly mittlerweile 39 Jahre alt und hat seine eigene Familie gegründet, mit der er nicht nur Alben produziert, sondern auch regelmäßig auf Konzertbühnen steht und somit die Familientradition fortsetzt.

Laut eines Gerichtsbeschlusses des bayrischen Amtsgerichts in Haßfurt scheint der Familienvater damit nun aber zu weit gegangen zu sein. Das Gericht wirft ihm vor, dass er gegen das Jugendarbeitsschutzgesetz verstoßen habe, weil er seinen jüngsten Sohn mit auf die Bühne genommen hat. Das war 2019 bei einem Open Air-Konzert der Familie und William, wie Angelos jüngster Sprössling heißt, stand zusammen mit seinen Eltern und seinen Geschwistern auf der Bühne, hat mitgesungen und sogar einen Solopart übernommen. Da dies wohl aber nach 17 Uhr geschah, beschuldigt man den Sänger nun der Kinderarbeit und verlangte 5000 Euro Bußgeld.

Der Künstler ging damals bereits gegen das Urteil an und anfangs hatte es den Anschein, dass er sogar damit Erfolg haben könnte. Doch nun ist das neue Urteil verkündet worden – die Anklage bleibt bestehen, wurde jedoch auf 3000 Euro Bußgeld reduziert. Das lässt der talentierte Sänger und liebende Familienvater natürlich nicht auf sich sitzen und will nun mit seinem Anwalt das Urteil anfechten, wie er seiner treuen Fangemeinde auf seiner Facebook-Seite mitteilt:

Ihr Lieben, ich möchte mich wegen der aktuellen Berichterstattung an Euch wenden. Als Vater ist mir das Wohlbefinden meiner Kinder am Allerwichtigsten! William war und ist bei unseren Shows zu keiner Zeit verpflichtet mit uns aufzutreten. Wenn er es tat, dann nur weil er es wollte."

Angelo Kelly ist natürlich klar, dass die Behörden nur ihre Arbeit machen, wie es weiterhin in seinem Beitrag heißt. Bislang hatte er aber nie Probleme mit ihnen, die meisten Behörden waren sogar sehr zuvorkommend:

Meistens haben wir auch von den örtlichen Jugendschutzbehörden viel Unterstützung und Verständnis für unsere Familientradition erfahren dürfen. So hat zum Beispiel ein Gutachten eines von den Jugendschutzbehörden benannter und anerkannter Medienpsychologe den kindgerechten Umgang mit William bescheinigt."

Auch sein Anwalt Julian Ackermann sieht das Urteil als „rechtlich falsch". Neben dem extra von den Behörden beantragten Gutachten verweist er nämlich auf die Meinungen anderer Gerichte, die sich mit diesem Tatbestand auseinandersetzen mussten:

Nach unserer Auffassung ist der Anwendungsbereich des Jugendarbeitsschutzgesetzes nicht eröffnet. Es ist doch fernliegend, dass ein kurzweiliger Bühnenbesuch im Beisein der Mutter und der Geschwister bei einem Konzert des eigenen Vaters mit einer kleinen, spontanen und freiwilligen musikalischen Aktivität eine ‚Beschäftigung' darstellen soll. Diese Einschätzung haben im Übrigen auch alle Gerichte, die sich mit Bühnenbesuchen des jüngsten Kindes von Angelo Kelly bisher befassen mussten, bestätigt, teilweise mit sehr deutlichen Begründungen."

Hoffentlich reicht das aus, um das Verfahren endgültig einzustellen. Die Fans stehen jedenfalls voll und ganz hinter Angelo Kelly und seiner Familie und auch wir wünschen ihm viel Erfolg.