Foto: Boore / boore.de

Jeck es jeil

Boore

Für die närrischen Jecken unter uns dürfte die kölsche Band Boore längst kein unbeschriebenes Blatt mehr sein, denn immerhin existiert die Musikgruppe bereits seit 1998 und weiß, wie man das Partyzelt ordentlich einheizt. Dabei erobern die Mannen nicht nur die Herzen der rheinländischen Karnevalisten, sondern begeistern auch grenzüberschreitend in den BeNeLuxstaaten, den Alpenregionen und auf der Partyinsel Mallorca.

Entsprechend hart ist es natürlich auch für die Musiker, dass die fünfte Jahreszeit dieses Jahr nicht wie gewohnt stattfinden konnte. Beirren lässt sich das Quintett davon aber nicht und bringt stattdessen ein brandneues Album heraus, mit dem sie nicht nur ihren Fans eine große Freude bereiten, sondern in gewisser Weise auch den Karneval feiern. Auf dem Longplayer sind neben sehr emotionalen Titeln, zu denen unter anderem auch der für einen guten Zweck veröffentlichte Song „Hand op et Hätz" gehört, viele humorvolle Tracks enthalten.

Anlässlich der Veröffentlichung ihres Albums, das noch diese Woche am 5. März 2021 in den Handel kommt und den Titel „Jeck es jeil" trägt, hat sich Kurt „Schogi" Schoger, der Ideenschmied, Bassist und Sänger der Band, die Zeit genommen, unsere Fragen zur Band und natürlich zum bevorstehenden Album zu beantworten: 

Foto: Boore / boore.de

    Schlagerexperten: Wie seid ihr zur Musik und auf die Idee gekommen, eine Band zu gründen?

Kurt Schoger: Peter Kellershoff, Schlagzeuger der Boore, hat mit zwei weiteren Musikern Ende der 90er Jahre die Band gegründet. Man traf sich im Kölner Karneval an der Theke, um das ein oder andere Kölsch zu trinken. Dabei entstand diese witzige Idee.

    SE: Wie seid ihr auf den Namen der Band gekommen?

KS: Die Gründungsmitglieder kamen von der „Schäl Sick". Zur Erklärung für alle Nicht-Kölner: ...von der falschen, der rechten Rheinseite. Im Mittelalter war diese die arme Seite, da wo die Bauern lebten, die auf Kölsch BOORE genannt wurden.

    SE: Gibt es ein Erlebnis in eurer musikalischen Karriere, das euch besonders in Erinnerung geblieben ist?

KS: Aus der Vergangenheit natürlich das Jahr 2003, mit „RUT sin de RUSE". Zahlreiche TV Auftritte, zweimal Platz 2 in Schlager- und Karnevalshitparaden, 18 Wochen in den deutschen Charts und über 400 Auftritte pro Jahr, so etwas bleibt unvergesslich.

Aus der jüngeren Zeit natürlich der Erfolg von „TSCHAU mit AU". In mehreren TV-Sendungen im ZDF / ARD / WDR und bundesweiten Radio-Stationen war dieser Titel vertreten. Ein Song, der auch auf dem neuen Album zu hören ist.

    SE: Seid ihr am Ende eurer Ziele und Träume angekommen oder gibt es noch den ein oder anderen unerfüllten Wunsch?

KS: Wünsche, Träume, Ziele gibt es so viele, dass man oft nicht weiß, mit welchen man zuerst anfangen soll. Irgendwie ist es auch sehr spannend, sich immer auf dem Weg zu befinden, da man nie weiß, was hinter der nächsten Ecke wartet. So z.B. haben wir in den letzten Jahren das große Glück gehabt, uns musikalisch mit den neuen Bandmitgliedern so unglaublich zu entwickeln und zu überraschen. Aber das Tollste ist, wenn man dabei noch auf wertvolle Menschen trifft, die zu Freunden werden. Das wäre aber schon ein bereits erreichtes Ziel, ein Team, das super funktioniert und mega Spaß macht! ☺ ... und an der Umsetzung der restlichen Träume arbeiten wir noch.

    SE: Auf eurem neuen Album habt ihr unter anderem mit Sternekoch Mario Kotaska einen Song aufgenommen. Wie kam es zu dieser Zusammenarbeit?

KS: Zu Mario Kotaska besteht schon eine längere Freundschaft, da wir uns von mehreren Tourneen und Auftritten, bevorzugt in Kärnten, kennen. Wir haben schon oft zusammen geklönt, gesungen und gelacht...und jedes Mal, wenn unser Song "Tschau mit Au" ertönte, kam sein Einsatz... Insider wissen Bescheid :-). An einem dieser berüchtigten Abende auf einer Ski-Hütte entstand die Idee, da sein Talent auch deutlich über den Tellerrand hinausreicht. Was viele nicht wissen: Er macht die weltbeste „CURRYWURST" und das musste man auch „betont" hervorheben. Also ran an die Gitarre, das Textblatt und den Grill und ganz schnell zauberten Kurt Schoger, Bernd Hochheimer und Tom Marquardt den perfekten Song für Mario herbei.

    SE: Auf „Jeck es jeil" befindet sich auch euer Herzensprojekt „Hand op et Hätz". Was hat euch dazu bewegt, diese Spendenaktion und diesen Song ins Leben zu rufen?

KS: Mit dem Song „Hand op et Hätz", den wir bereits für das neue Album geschrieben hatten, wollten wir von Anfang an etwas GUTES tun. Die Herbert Prümmer Stiftung „Zesame stonn, gegen Altersarmut" war für uns der perfekte Zweck, da sie eine DIREKT- Hilfe für Menschen ist, die im Alter in Schieflage geraten. Mit „80 Euro Waldi" aus der ZDF-Sendung „Bares für Rares" hatten wir auch einen sehr kompetenten und motivierten Partner an unserer Seite. Dann kam das Frühjahr 2020. Die Welt versank gefühlt in einen noch nie da gewesenen Tiefschlaf, alle Auftritte fielen weg, Ungewissheit machte sich breit. Wir lernten ein neues Wort kennen "LOCKDOWN". Da wird man als Band automatisch emotional, aber auch kreativ. Aus diesem Song wurde ein tolles Projekt: „BOORE & FRIENDS". Viele kölsche Bands, Sänger und Stars hatten sich sofort bereit erklärt, uns hierbei zu unterstützen (Domstürmer, Elodrado, Funky Marys, Björn Heuser, Rabaue, Rhingbloot, Mark Metzger....). Für das Video haben wir sogar die Queen of Sand „IRINA TITOWA" (Sandmalerin) gewinnen können.

    SE: Habt ihr, abgesehen von „Hand op et Hätz", noch einen Lieblingstrack auf eurem Album?

KS: Jeder Song auf dem Album ist irgendwie ein Lieblingstrack, denn zu jedem Song gibt es auch irgendwie immer eine Geschichte, eine Lebenssituation. Die eine ist lustig (jeck), die andere emotional. Aber jeder einzelne Song ist mit der Hoffnung geschmückt, dass sich auch andere darin wiederfinden und dass wir vielen Menschen eine Freude bereiten, in welcher Form auch immer.

    SE: 2021 ist zwar noch nicht wirklich planbar, aber gibt es einige Projekte, die ihr dieses Jahr trotzdem verwirklichen werdet?

KS: Ja, leider ist 2021 wirklich noch ungewiss. Aber im Sommer 2020 haben wir auch improvisieren müssen und haben spontan viele kleine, zum Teil auch Unplugged Konzerte , im Rahmen der erlaubten Möglichkeiten gespielt...z.B. draußen, auf Straßen, Wiesen, in Biergärten, etc. Zumindest dieses streben wir für dieses Jahr auch wieder an. Gut vorbereitet sind wir definitiv, da wir ja viele neue Songs im Gepäck haben. Aber hauptsächlich freuen wir uns auf die Veröffentlichung des Albums und wer weiß, vielleicht gibt es ja dieses Jahr einen Mega-Grillsommer, z.B. mit der leckersten „Currywurst" entweder bei uns, bei euch, unterwegs oder sogar im TV ??? Wer weiß das schon.☺

     SE: Vielen Dank, dass ihr euch die Zeit für das Interview               genommen habt!

Schon am Freitag dürfen wir uns also auf ein mit 13 Songs vollgepacktes Album freuen, auf dem wir nicht nur dem Song „Currywurst", sondern auch dem Erfolgshit „Tschau mit Au" und dem Gemeinschaftsprojekt „Hand op et Hätz" lauschen dürfen. 

2021 ohne Karneval? Für die Improvisationstalente der Kölner Band Boore ist das kein Problem. Sie zelebrieren diese Zeit einfach mit einem neuen Album und dem passenden Motto „Jeck es jeil".